Dienstag, 27. Dezember 2011

Faule Eier, Wellblechkunst und Dinge, über die wir hier nicht sprechen dürfen

Morgens wurden wir von einem leicht fauligen Geruch geweckt. Der Schuldige war schnell gefunden, Mama hat nachts das Fenster aufgemacht und nachdem der Wind nachts gedreht hatte, drang nun der gewohnte Geruch Rotoruas in unsere Nasen. Aber man gewöhnt sich dran. Wir haben dann auch draußen im Garten gefrühstückt. Nicht schlecht für den zweiten Weihnachtsfeiertag (Boxing Day in den Ländern des Common Wealth). Schon vor 10 Uhr waren wir fertig mit Packen und Auschecken und haben uns dann auf zu zwei Sehenswürdigkeiten in der Schwefelstadt gemacht.

IMG_3032 CIMG7587 CIMG7589 IMG_3034 IMG_3035

Zunächst habe ich der Familie den Kuirau Park mit den vielen geothermalen Quellen gezeigt. Viel Dampf, strenger Geruch, blubberndes Wasser oder auch mal Schlamm (von den aufsteigenden Gasen) und zum Ende noch ein Fußbad im warmen Wasserbecken.

IMG_3037IMG_3038 IMG_3041IMG_4078 CIMG7633CIMG7638CIMG7637

Zwischendurch haben wir noch einen Abstecher zu St. Faith’s Church gemacht. Diese wunderschöne Maori-Kirche von der ich jetzt richtig schöne Bilder habe und wir haben uns eine CD mit Maori-Chorälen gekauft, wir wurden am Vortag ja schon angesteckt, Maori Musik ist nämlich wirklich ganz schön).

CIMG7612IMG_4058 IMG_3050IMG_3053IMG_3057IMG_3065

Dann ging es weiter, unser nächstes Ziel war eines der Highlights für Thomi, Matamata oder eher bekannt als Hobbiton. Das Dörflein ist 10km außerhalb der Stadt und nicht gut ausgeschildert. So sind wir zunächst nach Matamata reingefahren und haben uns im Informationscenter gleich unsere Karten für die Tour geholt. Da mussten wir auch versprechen keine Bilder oder Informationen über das Set zum aktuellen Hobbit-Film im Internet zu veröffentlichen oder mit unseren Freunden und Familien drüber zu reden. Darum gibt es hier jetzt nichts zu sehen und zu lesen. Nur so viel, der Ausflug war wunderbar, beeindruckende Landschaft und wenn dann der Film erschienen ist, haben wir ganz viel zu zeigen und zu berichten.

Auf dem Hinweg sind wir schon durch Tirau gefahren und dort haben wir dann eine Kaffeepause eingelegt. Tirau ist die Wellblech-Stadt Neuseelands. Das Info-Center befindet sich in einem riesengroßen Hund und daneben steht ein Wellblech-Schaf. Außerdem haben viele Läden und Cafés Wellblech-Schilder und Kunst. Wir haben uns aber für ein Café ohne Wellblech und dafür mit Katze entschieden und aufgrund des hervorragenden warmen Wetters uns Kaltgetränke (Mango-Smoothie, Eiskaffee und Eisschokolade) bestellt.

IMG_3230CIMG7679IMG_3241IMG_3244IMG_3248

Der nächste Halt war Huka Falls, dieser schöne Wasserfall gleich bei Taupo. Leider waren wir kurz vor Parkschluss da und konnten uns die Wassermassen nur noch vom Ausguck anschauen. Dann gab es noch einen anderen Ausblick über Lake Taupo und schon war Zeit zum Abendessen. Heute gab es mal typisch neuseeländisch Burger. Burger Fuel ist eine kleine Burgerkette der Nordinsel, die nicht nur sehr gute Burger und Chips (Pommes Frites) machen, sondern ihr Bratenfett zu Bio-Diesel umwandeln und damit ihre Lieferautos betanken. Auch sonst alles sehr ökologisch, aber angenehmerweise stellen sie das nicht in den Vordergrund. Wir hatten zumindest alle sehr leckere Burger mit den unterschiedlichsten Belagen (wie Hühnchen mit Avocado, vegetarisch mit Kumara und Kichererbsen, oder Rindfleisch-Pattie und unterschiedlichsten Soßen).

CIMG7682 IMG_3255 IMG_3259 IMG_3260 IMG_3261 CIMG7686 CIMG7687

So gestärkt haben wir uns auf den Weg zum Tongariro National Park gemacht, unser Ausgangspunkt für die Wanderung morgen. Das waren nochmal 80 Minuten Fahrt, erst entlang Lake Taupo und dann über die hügeligen Wälder, hinter denen das Land plötzlich in steppenartigen Bewuchs wechselte und die großen Vulkane sich hinter Wolken versteckten. Um kurz nach Acht haben wir in unserer Unterkunft in Tongariro National Park Village eingecheckt, Kofferraum ausgeleert und uns dann noch für Wein und Bierchen in einer der wenigen Bars in diesem kleinen Ort entschieden.

Mal wieder ein guter Abschluss für einen guten Tag und voller Spannung wird das Wetter, der Weg und die hohen Vulkane erwartet.

Montag, 26. Dezember 2011

Felsentore und Erdöfen

Heute war wieder eine längere Fahrt vor uns und vor allem hatten wir eine Deadline, um 17 Uhr mussten wir in Rotorua im Hostel sein, für unser Abendprogramm.
Zunächst haben wir aber in Ruhe gefrühstückt und das Auto gepackt und sind diesmal bereits Viertel vor Zehn unterwegs gewesen. Bevor es dann aber richtig losging haben wir noch einen letzten tollen Ausblick auf Coromandel genossen und sind dann endgültig durch die Berge und immer mal wieder an der Küste entlang dem Norden entflohen. Entgegen unserer Annahmen ist dies Coromandel Halbinsel unglaublich bergig und durch die vielen kurvigen Straßen bergauf und bergab zieht sich die Fahrt ganz schön hin.
IMG_2814 IMG_2815 IMG_2817
Nach den ersten 80km haben wir an der Cathedral Cove Halt gemacht. Eine 30 minütige Wanderung hat uns vom sehr vollen Parkplatz zu einem wunderschönen Ort gebracht. Die Cathedral Cove ist ein sehr schöne Bucht mit fast schon bizarr aussehenden großen Felsen im Meer und einer wunderschönen “Höhle” (eher ein Felsentor), der Cathedral Cave. Also haben wir uns die Bucht ein wenig angeschaut und sind dann den Weg wieder zurückgewandert. Am Parkplatz gab es dann kühle Getränke zum Erfrischen und die Weiterfahrt war angesagt.
IMG_2818 IMG_2833 IMG_2841 IMG_2845 IMG_2852
Unsere Hoffnung, dass der Weg nun schneller wird wurde jäh zerschlagen und zusätzlich mussten wir feststellen, dass die Strecke doch länger war als angenommen. Aber von solchen Kleinigkeiten lassen wir uns die Fahrt nicht vermissen. Wir sind fröhlich unseres Weges gefahren, haben noch eine Obst-Einkaufs-Pause ín Katikati eingelegt (und ich hab die Sehenswürdigkeiten im Vorbeifahren erklärt) und nach einem kurzen Verfahrer in Tauranga (ausführliche Ausschilderungen werden hier manchmal vergeblich gesucht) haben wir es doch wirklich zur geplanten Zeit nach Rotorua geschafft.
Auch unsere heutige Unterkunft ist wieder sehr schön. Der Funky Green Voyager bietet uns ein schönes geräumiges Vierbettzimmer (Thomi und Mama schlafen oben) und eine große Küche und viel sauberes Ambiente. Zum Wohlfühlen eben. Aber den Abend haben wir bei den Maoris verbracht. Um 17:25 wurden wir von unserem freundlichen und lustigen einheimischen Busfahrer abgeholt und mit viel Informationen schon im Bus und einem kleinen informativen Zwischenstopp im Hauptlager zur Tamaki Maori Village gefahren.
Auf dem Weg dorthin wurden wir nicht nur in die Geschichte der Maori eingeführt sondern auch ein mutiger, intelligenter, anschaulicher Chief zum Repräsentieren unseres Busses musste gewählt werden. Da kam natürlich nur Thomi in Frage, der sich ganz mutig freiwillig gemeldet hat. Er kam nicht nur in der Genuss einer Maori-typischen Begrüßung (zwei Mal die Nase aneinanderdrücken), sondern konnte die Begrüßungszeremonie aus erster Hand erleben, hat einen Haka gelernt und durfte das Hangi (traditionelles Essen aus dem Erdofen) mit ausgraben. Wir haben bei den Sachen mit zugeschaut und konnten uns im Maori-Dorf über die verschiedenen Gebräuche informieren und uns in Maori Tanz und Gesang ein wenig üben.
IMG_2860 IMG_2880 IMG_2886 IMG_2918 IMG_2926 IMG_2927 IMG_2933 IMG_2940 IMG_2953 IMG_2966
Anschließend hatten wir eine Vorführung traditioneller Tänze, Gesänge und Geschichten, was alles wirklich interessant und schön mit an zu sehen war. Aber vor Allem haben wir uns dann das hervorragende Hangi verdient. Aus dem Erdofen wurden Hähnchen, Lamm, Kartoffel und Möhren gezaubert und zusätzlich gab es noch Salat, Kumara, Muscheln und gutes Brot, sowie verschiedene Soßen. Also definitiv zum zufrieden satt werden. Abgerundet wurde der Abend durch Nachspeise (Steam Pudding, Pavlova und Gemüse), sowie einer musikalischen Darbietung unserer Busfahrer und einem Abschluss-Haka.
IMG_2989 IMG_3014 Hangi Buffett und Tamaki Tropical Punch (alles sehr lecker) Steam Pudding, Fruits and Pavlova 
Wenn das mal nicht ein gelungener Tag war!
IMG_3030