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Mittwoch, 1. Februar 2012

Das wär dann nicht nur nicht lustig, sondern auch noch gefährlich geworden

Eine Wanderung, die ist lustig… Dienstag morgen haben wir nach einem schönen Frühstück unsere (bzw meine beiden) Rücksäcke geschnappt, Robin (den aktuellen Helpxer, aus Hamburg) eingepackt und sind erst einmal auf nach Masterton. Im DOC (regionale Stelle des Department of Conservation – Umweltministerium) haben wir unsere Hütte für die Nacht bezahlt (knapp 9€ pro Nase) und Hüttenpässe für die eventuelle folgende Nacht gekauft. Das Hüttensystem funktioniert an sich nämlich so, dass man sich vor der Wanderung Hüttenpässe besorgt (in ganz NZ gültig) und mit diesen dann auf der Hütte die Übernachtung “bezahlt”, dafür wird ein Teil ausgefüllt und in eine Dose geschmissen. Sozusagen bargeldlose Bezahlung. Dann haben wir noch einen Stopp bei Pack’N’Save gemacht (Supermarktkette) und auf gings zum Startpunkt bei der Holdsworth Lodge.

DSC_0779erst einmal informierenDSC_0431

Zunächst haben wir uns nochmal an der Infotafel die Strecke angeschaut und los gings. Martin und ich sind zu zweit gewandert und haben Robin dann bei unseren Pausen wieder getroffen. Der Weg führte zunächst noch durch relativ dicht bewachsenes, urwaldähnliches Gebiet mit guten Wegen. Dann ließ der Kies auf dem Weg nach und es kam mehr Wurzelwerk zum Vorschein und der Weg lichtete sich ab und an. Aber alles in allem war der Weg sehr gut zu gehen. Am Rocky Lookout hatten wir eine kurze Pause (es war aber sehr windig, also nur Fotos und weiter).

ab in den Waldzu allem bereitDSC_0445DSC_0459DSC_0464

Zum Glück waren wir die meiste Zeit von Bäumen geschützt, denn der Wind wurde immer stärker und so hörte und sah man nur die Bäume rascheln und sich bewegen, war aber relativ geschützt. Die Sich war auch gut. Man konnte nicht die Spitze der hohen Berge (also auch nicht des Mt Holdsworth) sehen, aber bis über die Baumgrenze, dort wo unsere Hütte für die Nacht lag, war die Sicht frei und auch das Land hinter uns konnten wir gut einsehen. Pause gab es nach knapp 2:30 im Mountain House Shelter, einer offenen Hütte mit Bank, Wassertank und einem Plumpsklo um die Ecke. Wir haben unsere mitgebrachten Sandwichs verputzt und Robin wieder getroffen.

DSC_0476Pause im Mountain House Shelter (das kleine Stück Brot war mein Beitrag zu: gerecht teilen)

Der hat uns auf dem weiteren Weg dann überholt (genialer Schachzug von uns, so konnte er schon mal das Feuer anmachen). Es wurde noch ein wenig steiler, an ein zwei Stellen musste man ein wenig klettern (zumindest die mit kurzen Beinen), und der Wald wurde noch mysteriöser, da die Moose und Flechten sich über die Stämme hergemacht hatten. Ein wirklich schöner Wanderweg. Nur knapp vor der Hütte haben wir die Baumgrenze überschritten (die hier wirklich sehr rapide anfängt) und waren dann froh, dass wir nicht zu weit durch den Wind gelaufen sind, bevor die große Hütte vor uns auftauchte. Nach vier Stunden waren wir also von 350 auf knapp 1200 Höhenmeter gestiegen.

nichts konnte uns aufhalten sozusagen: über Stock und über Stein angekommen: nach vier Stunden erreichen wir Powell Hut

In der Powell Hut angekommen, war Robin schon mit Feuermachen beschäftigt und wir haben uns zunächst mal umgeschaut. Die Unterkunft ist in zwei Hälften geteilt, einmal der Schlafbereich, mit jeweils zwei übereinander liegenden Liegebereichen, die jeweils Platz für 7 Matratzen bieten (also insgesamt 28 Schlafplätze), und zum anderen der Aufenthaltsbereich mit drei großen Metalltischen und Holzbänken sowie zwei großen Arbeitsbereichen mit je drei Gaskochern. Diese Gaskocher hatten es in sich, nicht nur zwei Kochflammen, sondern auch eine ausziehbare Toastschublade  war dort integriert. Also wirklich fein. Vor der Tür, auf der Veranda gab es mehrere Waschbecken, die von den großen Wasserkanistern gespeist wurden (ich denke Regenwasser), und etwas weiter lagen zwei wirklich sehr saubere und fast schon gemütliche Plexiglas-Klos.

DSC_0582auch toasten

Wir waren ganz allein in der Hütte, so konnten wir uns ausbreiten. Wir haben uns Tee gekocht, alle ein wenig gesnackt und haben nacheinander die Gegen um die Hütte erkundet, schon mal ein bisschen den morgigen Weg vorgetastet und auf etwas weniger Wind gehofft. So gegen sieben kam ein komischer Kautz vorbei, wahrscheinlich so um die 60, er kam gerade über den Bergkamm, den wir morgen meistern wollen und warnte uns ausdrücklich mit sehr anschaulichen Unfallbeispielen davor, den Weg bei einem solchen Wetter zu gehen. Links und rechts geht es steil bergab und man würde bei starkem Wind nur auf allen vieren vorwärts kommen. Nach einen Tee zog unser morbider Besucher wieder weiter Richtung Tal, aber man muss sagen, er war nett gewesen.

die Umgebung erkunden, sehr schön hier oben toll gelegen, oder?

Bei uns gab es Nudeln und Toast zum Abendessen. Die Packung für angeblich 6 Personen hatte gerade so für uns zwei gereicht, da es nur jeweils einen Teller ergab. Aber wir wurden satt. Nach dem Essen haben wir uns unterhalten, die befindlichen Kerzen angezündet und ein bisschen in den Zeitschriften auf der Hütte geblättert (Auswahl zwischen Natur und Essen). Der Wind wurde langsam ein bisschen besser, aber die Hütte bot Schutz. Als wir uns bettfertig gemacht haben (also Zähne geputzt) kam plötzlich ein Licht aus dem Wald hinauf. Da war doch ein Typ glatt noch in der Nacht mit Stirnlampe den Weg hinaufgestiegen, und dann auch noch mit Hund. Es stellte sich raus, dass Willie und Ty schon des Öfteren hier oben gewesen waren. Da Hunde in den Hütten nicht erlaubt sind, hat Willie sich drei Matratzen mit auf die Veranda genommen, um sich dort eine relativ windgeschützte Schlafecke zu schaffen. Dann sind wir alle ins Bett.

Die Nacht war wenig erholsam, der Wind wurde mehr und mehr und die Hütte fing an zu zittern. Dank Leichtbau hält sie diesen Winden zwar gut stand, aber man hört und spürt es dann aber auch in allen Ecken. Aber wir zwei hatten uns ein schönes Schlafplätzchen am Fenster, also mit Blick aufs Land unter uns gesucht und so konnte man bei Wolkenlöchern immer mal auf die Städte (Masterton und Carterton) unter uns blicken und morgens ab halb 6 wurden wir mit einem wunderhübschen Sonnenaufgang belohnt. Also trotz Lärmbelästigung und Wackeln der Hütte hatten wir eine zumindest aufregende Übernachtung.

unser Schlafgemach, mit Blick nach draußen DSC_0574

Am nächsten Morgen ist Martin als Erster aufgestanden und hat mit Hilfe von Willies Anzündern das Feuer im Ofen wieder zum Laufen gebracht. Der Wind war keinen Deut besser geworden und so ist Willie heute morgen dann mit Ty reingekommen und hat sich wie wir auch erst einmal Frühstück gemacht. Martin und ich hatten wieder Backed Beans, verfeinert mit Biersticks und Toast natürlich. Außerdem Tee. Mehr braucht man nicht zum Satt werden. Nebenbei haben wir uns mit Willie, deutscher Urgroßvater und tahitianische Urgroßmutter, sah sehr Maori aus, unterhalten und dann unsere Sachen gepackt. Wir mussten zum Glück nicht auskehren und die Asche entleeren, da WIllie und Ty noch ein wenig in der Hütte ausharren wollten.

Baked Beans zum Frühstück

Wir haben unser Glück am Berg versucht und sind nach 50 Meter gescheitert, nein eher aus Vernunftsgründen umgedreht. Bei den Windböen konnte man zum Teil kaum stehen und wir waren noch nicht einmal am “richtigen” Bergkamm angelangt. Also ging es wieder zurück zum Mountain House Shelter, dort hatten wir schon auf dem Hochweg einen zweiten Pfad entdeckt, dem wir nun ins Tal gefolgt sind.Wir wollten zumindest einen Teil unsrer geplanten Strecke noch sehen, so sind wir im Tal angekommen noch zur Atiwhakatu Hut abgebogen, also den Fluss entlang hinauf gewandert.

am Wind gescheitert und zurück DSC_0658

Gleich neben dem Fluß und unten im Tal sah es noch einmal ganz anders aus, als oben in den Wäldern. An manchen Stellen waren die Bäume (wie auch im Doubtful Sound gesehen) irgendwann abgerutscht und dort wuchsen nun vor allem Farne aller Art. Außerdem ging es auch auf diesem Weg immer mal wieder steil hoch und gleich wieder runter und dann gab es noch drei Hängebrücken (und die erste hat ganz schon gewackelt), aber nach gut 90 Minuten im Tal wandern waren wir in der deutlich kleineren Hütte angekommen. Hier gab es nur sechs Schlafplätze, Feuerholz muss selbst gehackt werden und keine Gaskocher, weshalb diese Unterkunft nur ein statt drei Huttickets kosten würde. Wir haben aber lediglich eine Pause eingelegt und endlich unseren gekauften Gaskocher ausprobiert (funktioniert gut), um noch ein Tässchen Tee zu trinken.

auf dem Weg zur Atiwhakatu Hut gabs mehrere Swing bridges und nochmal ganz andere Landschaft die kleine Atiwhakatu Hut unser eigener Brenner

Frisch gestärkt sind wir dann den Rückweg angetreten, den wir zu unserer Überraschung in knapp zwei statt der angegebenen drei Stunden gemeistert hatten. Ich konnte natürlich nicht umhin zwischendurch eine kleinen Dreckpfütze mitzunehmen, weshalb ich nun einen grauen und einen weißen Schuh habe und ersteren noch putzen muss. Außerdem hatte es ein klein wenig genieselt auf dem Rückweg, aber nichts ernsthaftes. Und nachdem wir dann ja doch noch fast 8 Stunden unterwegs gewesen waren, konnten wir alle glücklich und zufrieden zurückkehren.

DSC_0672 Schlammloch-Unglück

Es gab noch einen Zwischenstopp bei Pack’N’Save, wir konnten die Gastfreundschaft ja nicht überstrapazieren und haben uns für den Abend unser eigenes Abendessen besorgt. Dann wurde bei Aoife und Lyndon geduscht, ein schönes Gefühl und ich habe meine Rucksäcke wieder umgepackt, während Martin Postkarten auf der Veranda verfasst hat. Zum Abendessen gab es bei uns dann Bohnen mit Kumara, Lammfilets und Kiwi-Dip (besteht nicht aus Kiwis sondern Sahne, Zwiebeln und Knoblauch). Sehr sehr lecker. Aber dann waren wir wirklich fertig, noch gerade so Bilder aussortiert und schon waren wir reif fürs Bett.

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Montag, 30. Januar 2012

Wir sind dann mal weg

Gestern haben wir noch Wellington unsicher gemacht. Am Hafen entlang spaziert und dann habe ich Martin im TePapa (dem großen Museum) abgesetzt und bin ein bisschen Bummeln gegangen. 

Nach einer Kaffeepause sind wir dann noch gemeinsam durch die Straßen Wellingtons geschlendert und konnten vor allem vor Bücherläden und dem Crepes Stand kein Halt machen. Naja wir haben nun ein paar schöne Neuseeländische Zeitschriften und verschiedene Bücher, die alle gesenkt waren. Also ganz viel gespart ;)

Dann noch kurz Kekse gekauft und in Regierung vorbeigeschaut und schon mussten wir die kleine coole Hauptstadt des Landes wieder verlassen. Wir haben uns die Berge hochgeschlängelt und nach einem Einkaufsstopp sind wir bei Aoife, Lyndon und den Kiddies angekommen. Ruby hat mich schnell wiedererkannt und wir haben gaaaanz viel gelesen. Martin durfte auch mal ein Buch vorlesen.

Und nun brechen wir also zu unserem 2-3 Tages Tramp auf. Der Mt Holdsworth Jumbo Circuit hat es uns angetan und wir werden uns also noch einmal ein wenig Berge hochquälen. Wir berichten dann, wenn wir wieder am Boden sind :)

All Bilder des Tages

Sonntag, 29. Januar 2012

Wohin man blickt: Wasser (heute morgen noch mit tierischen Sichtungen)

Erneut überwinde ich die See, welche Süden und Norden Neuseelands voneinander trennt. Nun schon zum vierten (und vorerst letzten) Mal habe ich eine Fähre betreten und warte auf die Abfahrt. Martin hat seine Kamera geschnappt und erkundet das große Schiff, ich halte unsere gemütlichen (sesselähnlichen) Sitze am Fenster mit Ausblick frei.

Das ist aber nicht unsere erste Schifffahrt heute. Unser Tag hat sehr zeitig begonnen. Schon um halb 7 hat der Wecker geklingelt und versucht uns aus dem Bett zu werfen. Nachdem wir Großes vor hatten, bin ich schnell aufgestanden und da unser Trip per Telefon bestätigt wurde, ist auch Martin aus dem Bett gesprungen (also nur wörtlich). Unsere Wäsche war wie durch ein Wunder (oder auch das Wetter) über Nacht sehr gut getrocknet und es gab wunderbares kalte-Pizza-Frühstück.

So gestärkt waren wir um 7:45 am Strand, dort befindet sich das Hauptgebäude von Whalewatch Kaikoura. Wir haben die Tickets abgeholt und sicherheitshalber noch eine Tablette gegen Seekrankheit gekauft, es wurden starke Winde gemeldet. Nach einem Sicherheits-Briefing konnten wir dann in den Bus steigen. Dieser hat uns auf die andere Seite der Kaikoura Peninsula gebracht, dort liegen die speziell angefertigten Boote des Unternehmens. Unsere Wawahia hatte viel Platz (also auch genug Beinfreiheit) für 48 Personen, einen Skipper, einen Maat (der vor allem nach Walen Ausschau halten musste), einen Guide (der uns viel über Wale, aber auch Delfine und ähnliches erzählen konnte) und einen Guide, der allein für unsere Sicherheit und unser Wohlbefinden da war.

unser Schiff unser Maat 

Zum Ablegen und während das Boot in voller Fahrt ist, mussten wir innen auf unseren (bequemen) Sitzen warten, aber es gab große Fenster, aus denen man einen guten Blick hatte. Wir hatten Glück, die früheren Boote hatten schon einen Wal geortet, der bald wieder auftauchen müsste (Pottwale können 40 bis 60 Minuten lang tauchen). Also haben wir uns dort hinbegeben und siehe da, ein riesengroßer Wal lag direkt vor uns und hat in regelmäßigen Abständen Luft durch sein Blowhole geblasen. Wir haben ihn ganze elf Minuten dabei beobachtet, bis er wieder abgetaucht ist (und uns seine wunderschöne Schwanzflosse präsentiert hat).

 juhuu, ein Pottwal DSC_0051

Bevor es weiter ging haben wir noch einen wunderschönen Wanderer Albatros beobachtet und dann sind wir weiter gefahren. An einer Stelle hat der Skipper mit einem Hydrophone versucht einen weiteren Wal zu Orten. Das schien ihm auch gelungen, nur leider wollte der Wal dann partout nicht auftauchen. Naja, man kann die Natur zu nichts zwingen. Wir hatten dabei aber die Möglichkeit noch ein bisschen “Wasser-Achterbahn” zu fahren. Also vorne an der Reling zu stehen, während das Boote über die Weltmeere bzw die Wellen des Pazifik fährt. Ein Spaß!

ein echter Wasserläufer 

Auf dem Rückweg haben wir zwei winkende Pelzrobben durchs Fenster gesehen und dann noch Dusky Dolphins getroffen. Eine recht große Gruppe Delfine ist dann links und rechts ums Boot herumgetollt, das was drollig. Vor allem sind sie auch gesprungen und hatten scheinbar allerlei Spaß. Ein gelungener Abschluss. Nach 150 Minuten (ungefähr 17km von der Küste und wieder zurück entfernt) waren wir wieder an Land und alle glücklich und zufrieden.

Delfin-Ballett wunderschön 

Wir haben dann zunächst noch einen kleinen Bummel durch Kaikoura gemacht (und Martin hat mir eine sehr schöne Greenstonekette geschenkt), man muss ja das Angebot begutachten und obendrein die Wirtschaft unterstützen. Bevor wir die Stadt verlassen haben, gab es noch Mittagessen. Natürlich beim World famous Seadfood BBQ. Der Verkäufer hat sich sogar an mich erinnert, fand ich super und er war auch überrascht, als ich meinte, das wäre schon fast 4 Monate her. Zumindest haben wir zwei uns Paua Fritter, Crayfish Fritter und sechs Garlic Scallops jeweils zwischen zwei Brotscheiben bestellt. die Präsentation mit Salat, Zitrone und ein bisschen Paprika war sehr gut und es war lecker. Sehr lecker.

der Blauwal, Martin und ich da bin ich mal wieder herrlich lecker 

Auf unserem Weg nach Picton haben wir unseren Kluftinger weitergelesen (sie meinen den Täter gefasst zu haben, aber die Beweise…) und am Ohau Point angehalten. Eine Stelle an der ich bereits vor vier Monaten mit dem Bus kurz gehalten habe, denn dort gibt es eine  Unmenge an Fur Seals. Herrlich. Vor allem die jungen, kleinen hatten es uns angetan. Die sind im Gegensatz zu den alten nämlich unglaublich aktiv, robben überall herum, tollen in Wasserlöchern, ärgern andere und und und. Es war schwierig Martin wieder ins Auto zu bekommen :)

Kinderpool eine robbende Pelzrobbe 

Das Wetter hatte sich nach dem guten und übrigens unwindigen Seefahrtwetter deutlich bewölkt und während unserer Autofahrt hat es lang geregnet. Aber in Picton schien wieder ein bisschen Sonne und so haben wir uns erst mit Pizzaschnitten fürs Abendessen beim Bäcker eingedeckt und sind dann eisessend die Promenade entlang und haben uns an den Hafen gesetzt. Das Lakritz-Eis schmeckte auch beim dritten Mal noch hervorragend und hat sich gut mit den Wildberries vertragen. Martin hatte endlich Hockey Pockey (fand er gut) und Cookies und Cream. So gestärkt sind wir noch an den Segelbooten entlang spaziert und haben uns über die Name der Boote belustigt. Unsere imaginären Transportmittel würden Gertrud und Rettungsboot Helmut heißen oder Wasser&Brot. Naja, wir hatten noch mehr brillante Ideen, allesamt besser als das heutige Angebot (wobei die Schiffchen an sich, schon recht beeindruckend waren, zum Teil).

EIS EIS EIS EIS EIS ein paar kleine Bötchen 

Nach Anstehen vor der Fähre befindet sich Henry inzwischen auf dem Eisenbahn-Deck (heute fahren also keine Züge mit) und wir zwei nun auf hoher See. Am Abend, also in zwei Stunden werden wir Wellington erreicht haben und bis dahin genießen wir die Überfahrt.

gibts hier was umsonst? heute sind wir Eisenbahn auf Wiedersehen Südinsel windig, sehr windig das Ende der Südinsel, auf zu neuen Abenteuern

Für beinahe rund-um Walansichten und meer, einfach mal hier klicken: Walegucken

Sonntag, 22. Januar 2012

Eine Seefahrt die ist lustig…

Da sind wir also wieder. Inzwischen frisch geduscht (dringend nötig), gut gefüttert und der erste liegt auch schon in der Koje, äh Bett, und schläft. Nun aber mal genau:

Am Sonntag sind wir um 5:45 aufgestanden, wir hatten ja zum Glück schon alles gepackt, und um 6:20 wurden wir abgeholt, von Matt, unserem Guide. Zunächst wurden wir nach Manapouri gefahren, wo wir die Ausrüstung (Zelte, Kochzubehör, Kajak-Kleidung etc) aufs Boot geladen haben. Wir sind mit dem normalen Touristenbooten (inklusive verrückter Morgen-Touristen – weil es war ja erst 7 Uhr) über Lake Manapouri (zweittiefster See Neuseeland mit 440 Metern) geschippert. Die Morgenstimmung war einmalig, richtig schön. Die Sonne ging grad auf, die Berge lagen noch im leichten Dunst und dann haben wir noch einen wunderschönen Regenbogen gesehen. Also schon allein diese 50 Minuten waren toll (und obendrein gab es noch kostenlos Tee und Kaffee). Auf dem Boot haben wir auch unsere Frühstückssandwich aus dem Supermarkt genossen, leckerer Start in den Morgen.

auf gehts mhmm, lecker Tee Sonnenaufgangsstimmung Sandwich-Frühstück DSC_8543 Giraffe leckt am Regenbogen

Auf der anderen Seite des Sees angekommen befindet sich ein großes Wasserwerk – für welches die Straße vom Doubtful Sound zum Lake Manapouri angelegt worden war – und wir haben das Boot wieder entladen und unsere Ausrüstung wurde verteilt. Es gab: Neoprenanzug, Thermoshirt und Fleece-Pullover, eine Mütze, eine gelbe Regenjacke, Spritzschutz, Rettungsweste, spezielle Säcke für unsere Kleidung, den Schlafsack und die Kamera und vor allem natürlich wirklich hochwertige Fiberglasboote. Wir haben uns also in der Ankunftshalle umgezogen und unsere Taschen umgepackt und dann den Bus beladen und sind gut 35 Minuten über Wilmot Pass, der niedrigste Pass der Südalpen (den höchsten geteerten passieren wir morgen), gefahren. Am anderen Ende haben wir die Kajaks an den Strand getragen, beladen (noch die Notfallausrüstung und solche Sachen mit eingepackt) und nach einer kurzen und knappen Instruktion ging es schon aufs Wasser.

unsere Ausrüstung (natürlich an die Größe angepasst) zu allem Bereit Ausrüstung liegt bereit Kajaks auch gleich

Martin war zunächst Steuermann (saß also hinten und hat die Pedale zum Steuern des Ruders bedient) und ich war somit für Fotos (und Tagträumereien – laut unserem Guide) zuständig. Das Wetter war durchwachsen, ein bisschen Regen, ab und an mal blauer Himmel, aber vor allem nicht zu sonnig und nicht zu warm. Mit all unserer Ausrüstung eigentlich genau richtig. Nach ungefähr 2 Stunden paddeln und diese unglaubliche Umgebung genießen, gabs eine Lunch-Pause. Wir sind neben einem Bach an Land gegangen und haben Brot mit Hummus und Cracker mit Aufstrich genossen. Was auch klar wurde, Klopausen sind anstrengend, wenn man erst mal aus der Ausrüstung raus und dann wieder rein muss.

P1220040 das glorreiche Team  Lunchbreak

Dann haben wir den Doubtful Sound, genauer Halls Arm (der vom Festland gesehen erste Nebenarm), weiter genossen. Das Wasser war recht ruhig und vor allem schön klar und um uns rum dieser wunderbare Fjord (Fjorde sind durch Gletscher entstanden, Sounds durch Flüsse). Bewachsen ist er von Regenwald (daher auch das Wasser) und das unter schwersten Bedingungen, denn die Berge bieten nur blanke Felsen, und die Bäume, Farne und Moose müssen sich sich ihre Grundlage schaffen. Diese Grundlage wird zunächst von den Moosen und später den Farnen bereitet, bevor die ersten Bäume sich ansiedeln und mit ihren Wurzeln für weitere Stabilität sorgen. Aber immer wieder kommt es zu Baum-Rutschen und ein ganzer Abschnitt verliert an Halt. Bis diese dann blanken Abschnitte wieder bewachsen sind dauert es 70-150 Jahre. Beeindruckend.

P1220062 ganz eigene Stimmung

Um drei sind wir an unserem Zeltplatz angekommen. Fjordland Wilderness Experience hat dort einen festen Zeltplatz, mit guten Zeltmöglichkeiten, einer Toilette und einem überdachten und insektensicheren Gruppenzelt. Zunächst wurden die Boote an Land gebracht und entladen. Nach einer kurzen Lagebesprechung haben wir unsere Zelte aufgebaut und uns umgezogen. Dank Martins Überlänge haben wir ein größeres Zelt als alle anderen bekommen, herrlich. Und die ganze Ausrüstung war in wirklich gutem Zustand.

wir hausen, äh zelten rechts mit Plums, das Klo auch mit dabei

Den Nachmittag haben wir gemeinsam im großen Zelt gesessen und versucht den Eingang nicht zu oft zu öffnen, die Sandflies waren nämlich recht lästig (auch wenn sie mich dank Vitamin B kaum beachtet haben , Martin leider auch mit Insektenschutz und Vitamin B, aber nicht zu schlimm). Wir waren: unser Guide Matt (Mitte 20, sehr netter Kiwi), und sechs Australier, zwei Brüder Anfang 20 aus Sydney und eine Familie aus Perth (die Sohn 17 und die Tochter ebenfalls Anfang 20, der Vater Professor für irgendwas Technisches). Wir haben uns gut unterhalten über alles mögliche und Matt hat Chips und Salsa sowie Wein ausgeschenkt. Außerdem gab es Heißgetränke und wir hatten zwei Kochstellen, auf denen nach und nach jeder sein Abendessen zubereitet hat. Für uns gab es Reis mit Satay Sauce und Hühnchen (Mikrowellenreis mit asiatischen Gewürzen, Sataysauce aus der Dose und geräuchertes Hühnchen, auch aus der Dose). Deutlich besser als erwartet und so schnell zubereitet. War schön und irgendwie waren um 9 dann schon alle im Bett, bzw Zelt. Wir haben uns in unsere Schlafsäcke gekuschelt und den lustigen Vögeln gelauscht, ich habe noch gelesen.

alles Sandflies, aber außen dran beim Kochen wir lassen es uns schmecken

Irgendwann hat Matt dann gegen das Zelt geklopft, es war 6:30 und ein neuer Tag begann. Wir haben das Innenleben unseres Zelt gleich wieder zusammengepackt. Zum Frühstück gab es Brot mit Backed Beans und Martin hat unser Geschirr wieder im Wasser des Doubtful Sounds gereinigt. Das wahrscheinlich größte Waschbecken seines Lebens. Dann wurden die Zelte wieder abgebaut und wir mussten wieder in die Anzüge schlüpfen, da wir aber zügig aufgebrochen sind, war das Gefühl des klammen Anzugs auf der Haut schnell vergessen.

Frühstück Martin (links) Abwasch (rechts)

Nachdem Martin schon am ersten Tag schnell festgestellt hat, dass die Erbauer von Kajaks nicht an Menschen mit seiner Beinlänge gedacht haben und seine Beine knapp nicht richtig ins Boot passen (was zu Krämpfen und eingeschlafenen Beinen führt), war ich ab der ersten Lunchpause neue Steuerfrau, denn vorne ist etwas mehr Platz und er kann die Füße öfters mal bewegen, ohne das Ruder zu vernachlässigen). Und so sind wir auch am zweiten Tag weitergefahren. Das Wetter war etwas bedeckter, aber trotzdem wieder eine angenehme Temperatur und diesmal kein Regen. Wieder ging es vorbei an tollen Wasserfällen und dieser schönen Landschaft. Ein unglaublicher Vorteil gegenüber Milford Sound ist, dass hier fast nichts los ist. Wir haben heute zwei Touristenboote getroffen und hatten das Wasser ansonsten ganz für uns.

Schiff 1 mein wunderbarer Kompagnon und ich P1230161

Stimmt nicht ganz, es gab natürlich noch zahlreiche Möwen und Kormorane, einige Fische (auch springende) und sogar einen kleinen Pinguin konnten wir beim Schwimmen beobachten (nur die Kamera konnte ihn nicht einfangen). Dafür wurde aber die Fellrobbe fotografisch festgehalten. Inzwischen waren wir auch alle bei der Steuerung etwas sicherer und so sind wir wie Matt nah am Ufer gefahren und haben Hindernisparcours durch Äste und Felsen gespielt. Zwischendurch eine letzte Snackpause, noch ein paar besonders herausragende Wasserfälle und eine Flussmündung (mit Strömung) und nach fünf Stunden paddeln haben wir um halb zwei unser Abenteuer auf dem Wasser beendet.

P1230175 Fellrobbe Parcours Beine entspannen P1230232

Wir mussten natürlich alles wieder aufräumen und verstauen und dann ging der ganze Hinweg wieder zurück (also Abschnitt zwei und drei von Hinten nach vorne lesen – zumindest grob). Diesmal hatten wir auch vom Pass aus einen wunderbaren Ausblick auf den Sound, was ein letztes Foto gab und um kurz nach fünf waren wir wieder hier bei Bob und Maxine angekommen.

Doubtful Sound - Mitte links gehts in Hall Arm DSC_8646 DSC_8652 DSC_8681

Inzwischen ist es schon fast Mitternacht, wir haben uns seit der Ankunft ordentlich geduscht, unsere Taschen wieder umgepackt und dann waren wir fürs Abendessen einkaufen. Es gab Ofengemüse (Tomaten, Zucchini, Aubergine, Möhre, Pilze, Zwiebel und Paprika im Ofen mit reichlich Öl gebacken) mit Pasta und dazu einen leckeren Brombeeren-Cidre.

Ofengemüse mit Pasta P1230241

Meine Unterwasserkamera hat sich wirklich bewährt, viele tolle Bilder (paar auch von Martins Nikon): Doubtful Sound