Dreiundzwanzig Kilometer
zweitausend Höhenmeter
drei Vulkane
sechs Seen gesehen
vier Wanderer
neun Stunden
Das war unser Wandertag in ein paar Zahlen, man könnte dem noch viel mehr zufügen, wie ganz viele Steine, Wind, ab und an etwas Kälte (vom Wind), viel Lavabrocken, kleine Fliegen und vor allem viele weitere Wanderer.
Angefangen hat der Tag frühs um sieben. Da sind die Jungs aufgestanden, wir Mädels haben beschlossen fünfzehn Minuten später reicht auch, wobei Mama das erst frühs beschlossen hat. Um halb acht gab es Wanderfrühstück (Fully Cooked – Schinken, Rühreier, Würstchen, Kartoffelpuffer, Tomate und Toast mit Kaffee oder Tee) und wir haben unser Lunch Paket (1,5l Wasser, Schinkensandwich, zwei Nussriegel, ein anderer Riegel, Schokoladenriegel sowie Banane und Apfel – die Riegel waren also nicht so ganz mein Ding, aber wirklich gutes Wanderpaket) erhalten. Dann wurden wir um Acht mit dem Bus der Adventure Lodge zum Beginn des Wanderwegs, dem Mangatepopo Carpark, gebracht.
Das Tongariro Alpine Crossing ist wie der Name schon seit eine Überquerung des Mt Tongariro. Es handelt sich dabei nicht um einen Rundgang, so dass ein Transport vom Ende (Ketetahi Carpark) zum Anfang nötig ist, wenn man mit dem Auto kommt. Die Probleme hatten wir ja mit unserem Rundum-Sorglos-Paket nicht. Gegen halb Neun haben wir uns gemeinsam mit ein paar Kleinbusladungen anderer Menschen auf den Weg gemacht. Zunächst wandelt man durch eine steppenartige Gegend mit Blick auf die drei großen Vulkane, Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu. Dann geht es mal ein paar erste Steinstufen hoch, entlang eines kleinen Flusses mit kleinen Wasserfällen und nach einer gute Stunde erreicht man den ersten Punkt, den Ursprung des Flüsschens, die Soda Springs.
Kurz durch schnaufen, denn nun wird es anspruchsvoll. Die Devil Stairs wollen bezwungen werden. In kurzer Zeit, mit Hilfe vieler Stufen 200 Höhenmeter gut machen. Anstrengend, aber wir hatten ja gutes Wetter (etwas windig, aber zum Glück nicht zu kalt und vor allem auch nicht zu warm.
Nach Bewältigung der Devil Stairs erreicht man eine relativ große Flache Ebene, den South Crater. Diesen haben wir durchschritten, sind den Kraterrand hochgestiegen (kurze Monster-Pauline-Fotopause) und befanden uns dann vor einer wichtigen Entscheidung. Machen wir einen drei Kilometer langen Umweg zum Gipfel des Tongariro oder bleiben wir auf dem normalen Weg.
Trotz der zeitweisen Wolken haben wir uns für eine Gipfel-Bestürmung entschieden und sind durch Wind und Wolken an und auf Vulkangestein zum versprochenen 360°-Rundblick gewandert. Man muss sagen, unterwegs ist der Wind uns dann ganz schön um die Ohren gepfiffen, aber wir wurden mit einem guten Blick belohnt. Da sich immer irgendwo Wolken befanden kann man nicht von einem perfekten Rundblick schreiben, aber wir haben eigentlich zu allen Seiten mal etwas gesehen und ein paar hübsche Fotos von den zwei größeren Vulkanen gemacht.
Auf dem Rückweg gab es an einer windgeschützen Stelle Lunch-Pause. Es wurden Sandwich, Bananen, Äpfel und Riegel (je nach Belieben) verspeist und frisch gestärkt ging es dann am Kraterrand des Red Crater entlang. Nicht nur beeindruckend Tief, sondern vor allem beeindruckende Farben und Spalten.
Der schwierigste Weg stand noch bevor und wer nicht wie empfohlen (Gewicht auf die Fersen) die Geröllpiste hinuntergerutscht ist, hatte auch einige Schwierigkeiten. Aber wir sind ja alte Skihasen und außerdem pfiffig, so haben wir den steilen Hang schnell bewältigt. Schon auf dem Weg hinunter hatte man einen wunderschönen Blick auf die Emerald Lakes, drei türkisfarbene Seen mit Regenbogenrand (Thomis Aussage). Eine weitere Möglichkeit für Fotos, wobei ich mich jetzt nach erfolgreicher Bewältigung der steilen Abhänge natürlich an einem kleinen Hang auf den Hintern gesetzt habe.
Die Hälfte der Strecke und die herausragenden Sehenswürdigkeiten waren geschafft und so ging es am wenig beeindruckenden Blue Lake vorbei, von dem man aber einen schönen Blick zurück hatte, und an der Nordseite des Tongariro wieder bergab. Aber erst noch eine kurze Pause, um Mami mit Schneebällen zu bewerfen. Der Weg war von kleinen Sträuchern und Blumen gesäumt, es sah wieder ein bisschen nach alpiner Steppe aus (wenn es denn so etwas gibt), aber doch anders als der Hinweg. Der Weg zog sich so langsam in die Länge. Die vielen Meter machten sich in Zehen und Knien bemerkbar, aber 1000 Höhenmeter bis zum Endpunkt mussten bewältigt werden. Es ging vorbei an der Ketetahi Hut (in der man auch übernachten könnte) und in der Ferne war der Dampf der Hot Springs, die in Maori-Besitz und nicht zugänglich sind, zu sehen. Es ging über eine Brücke und der Weg schlängelte sich den Hang runter.
Zum Schluss ging es noch ein paar Kilometer durch echten Urwald. Das kam für alle überraschend. Links und recht waren hohe Bäume mit Lianen und weiterem Bewuchs sowie ein Fluss. Und irgendwann hatten wir es tatsächlich geschafft. Der Bus wartete schon und hat uns wieder zurück in unsere Lodge gebracht.
Nach der erholsamen Dusche gab es herrliches Abendessen. Für Mama Chicken mit Avocado und Bacon, wir anderen hatten zur Abwechslung Steak. Dazu eine Salatauswahl, Kartoffeln und Spargel. Wunderbar. Nachtisch war ein warmer Rhabarberpie mit Sahne und Früchten. Die Jungs hatten sich ihr Bier und wir Mädels unseren Wein redlich verdient (natürlich alles neuseeländisch) und zum Abschluss haben wir unsere “Just done it”-Shirts und Urkunden bekommen.
Noch schnell Wäsche waschen, Fotos sichten und ab ins Bett.
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